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Die Eltern in Schleswig-Holstein sind besorgt:

Ursachen und Folgen der Regionalschule

Frau Erdsiek-Rave

Die Einführung der Regionalschule fällt in Zuständigkeitsbereich
der SPD-Ministerin

Kiel, den 25. Januar 2007 – Die Bildung ihrer Kinder wird unter dem Aushängeschild längst überholter pädagogischer Konzepte zusammengestrichen – die Leidtragenden sind die Kinder. Ein Blick auf den gegenwärtigen Arbeitsmarkt auf dem der deutsche Arbeitnehmer von morgen unter globalen Wettbewerbsbedingungen nur noch mit einem hochqualifizierten Schulsystem konkurrenzfähig sein wird, verrät, daß die Sorge der Eltern um die Bildungsqualität ihrer schulpflichtigen Kinder mehr als berechtigt ist.

Der lautstarke Protest der Eltern richtet sich vor allem gegen die Abschaffung des bewährten dreigliedrigen Schulsystems. Per Gesetz sollen bis 2010 alle Haupt- und Realschulen zu sogenannten Regionalschulen zusammengefaßt werden. Dieses Konzept wird politisch mit der Behauptung vermarktet, die Zusammenführung der Bildungsgänge in der Regionalschule erleichtere den Zugang der Schüler zu nächsthöheren Bildungsabschlüssen. Ein Blick in das benachbarte Bundesland Mecklenburg-Vorpommern, in dem das Modell Regionalschule bereits vor einigen Jahren dank einer mittlerweile abgewählten dunkelroten Regierung (PDS + SPD) eingeführt wurde, entlarvt die Haltlosigkeit dieser Behauptung in all ihren verheerenden Folgen für die Bildungsqualität.

Die von den Blockparteien diktierte und vom Volk nicht gewollte „Reform“ hat in Wahrheit neben den ideologischen Ursachen vor allem ökonomische Hintergründe.

Ausgehend von dem rot gefärbten Dogma aus sozialistischer Vorzeit, die weniger begabten würden von den leistungsstärkeren Schülern durch das gemeinsame Lernen profitieren, hat sich hier in den Regionalschulen der Realität ein Lernklima entwickelt, in dem die leistungsstärkeren Schüler von den Schwächeren aufgesogen werden. Die Pädagogen passen sich aus einer zwangsläufigen Notwendigkeit dem unteren Leistungsstand der Klasse an. Die leistungsstärkeren fühlen sich in der Folge unterfordert und versuchen diese Unterforderung durch Verhaltensauffälligkeiten zu kompensieren, mit denen wiederum die leistungsschwachen als willkommene Ablenkung sympathisieren. Im Ergebnis wird die Aufmerksamkeit des Lehrers an die Verhaltensauffälligkeiten und nicht mehr an den eigentlich zu vermittelnden Lernstoff gebunden.

Die sogenannte individuelle Förderung durch engagierte Pädagogen gilt in erster Linie den Schwachen, die Leistungsspitze verkümmert zwangsläufig bis sie sich in die Durchschnittskultur der regionalen Durchschnittsklasse eingefügt hat.

Auf diese Weise ist bei unseren Nachbarn die Vermarktungsbehauptung, die Regionalschule führe die Schüler leichter zu konkurrenzfähigen Abschlüssen bereits durch die Realität mit verheerenden Konsequenzen vor allem für die leistungsstarken Schüler widerlegt worden.

Unterstellt man der bildungspolitischen Inkompetenz unseres Landes , daß sie ebenfalls einen differenzierten Blick in Richtung Osten gewagt hat, bleibt dennoch die Frage offen, was sie abgesehen von den vorgeschriebenen ideologischen Irrwegen zur Übernahme dieses gescheiterten Bildungskonzeptes bewogen hat. – In Wahrheit handelt es sich vor allem um ökonomische Gründe:

Die Zusammenlegung von Schulen zu anonymen Großbaustellen der Bildung ist einfach billiger, als ein nach dem Lernniveau ausdifferenziertes, den Schüler adäquat förderndes dreigliedriges Schulsystem. Welche Auswirkungen auf das Lernklima und das Wohlbefinden und damit die Leistungsfähigkeit des Schülers anonyme Massenausbildungsanstalten haben, läßt sich nur erahnen, aber das ist den Bildungspolitikern nicht einmal ein Gedanke wert.

Diese in Wahrheit ökonomische Begründung für die von oben verordnete Etablierung von zentralen (eben nicht regionalen!) Masseneinrichtungen unter dem verwirrenden und schmackhaft verpackten Namen „Regionalschule“ offenbart auch die von den Bildungspolitikern dieses Landes gewollte Weiterentwicklung dieses Konzeptes. Wie die Schulpolitik des Nachbarn zeigt, ist es für die Landespolitiker nämlich noch günstiger, die Schulbildung gleich ganz in die Hand privater Unternehmen abzugeben und diese nur noch zu subventionieren.

Wie geplant, schossen durch die in Aussicht gestellten Subventionen Privatschulen, Regionalschulen in der Regel mit integrierten Gymnasien wie Pilze aus dem Boden. Diese Einrichtungen hatten oft sehr fragwürdige, eigene experimentierfreudige Bildungskonzepte und standen häufig auf schwankenden Finanzgrundlagen mit nur kurzfristigen Gewinnaussichten.

Eine ähnliche Weiterentwicklung dieser Schulreform ist auch hier absehbar. Die sich heute noch zurückhaltenden Eltern werden sehr bald für die lieber nicht zu hinterfragende Bildung(squalität) ihrer Kinder von privaten Unternehmen zur Kasse gebeten werden. Damit wäre die Chancengleichheit in der Bildung dann auch abgeschafft, die Aussicht auf einen existenzsichernden Beruf bliebe zukünftig einem ohnehin schon vermögenden Stand vorbehalten. Der nächste PISA-Test würde mit Sicherheit einen neuen negativen Rekord des Bildungsnotstandes in Deutschland offenbaren.

Carstensen

Ministerpräsident Carstensen CDU versprach die Beibehaltung des dreigliedrigen Schulsystems

Leider handelt es sich bei dieser Einschätzung nicht um Spekulationen, sondern um vorhersehbare Folgen. In unserem Nachbarbundesland Mecklenburg-Vorpommern, sind diese Verhältnisse bereits Realität! Unweigerlich muß man sich in diesem Zusammenhang die Frage stellen, was einer Regierung das eigene Volk noch wert ist, wenn sie die Bildung unserer Kinder als einzigen Zugang zum Arbeitsmarkt unter globalen Wettbewerbsbedingungen schließt. Für viele andere fragwürdige Projekte aber gleichzeitig das Geld mit vollen Händen ausgibt.

Vor dem Hintergrund dieser Fragestellungen und Befürchtungen ist der Protest verantwortungsbewußter Eltern heute nicht nur berechtigt, sondern er ist sogar verpflichtend für alle, die eine Zukunft Zukunft für unsere Kinder erhalten wollen.

Gerade die CDU hatte im vergangenen Landtagswahlkampf, ihr Festhalten am dreigliedrigen Schulsystem beteuert und damit viele Bürger für sich mobilisiert. Mittlerweile hat sich auch diese Beteuerung der CDU mal wieder als „Wahlversprechen“ zur Stimmenmaximierung enttarnt.

Die NPD bleibt damit die einzige politische Kraft in Schleswig-Holstein, die den Protest besorgter Eltern in unserem Land unterstützt und der „Bildungsverfallreform“ der Landesblockparteien entschieden entgegentritt.

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