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Gedenkzug in Bad Nenndorf, 6 August 2011


Die Wahrheit macht uns frei – Bad Nenndorf 2011

Foltermuseum

8. August 2011 – Sie instrumentalisierten ihre Kinder, sie vollführten Freudentänze auf den Gräbern der Folteropfer der alliierten Kriegsverbrecher. Was sich am gestrigen Sonnabend im beschaulichen niedersächsischen Bad Nenndorf links und rechts des Trauermarsches nationaler Sozialisten abspielte, ist an Dekadenz und geistiger Umnachtung wohl kaum noch zu überbieten. Ganz offen bekannten die Demokraten wie beispielsweise Steffen Holz, seit 1987 beim Deutschen Gewerkschaftsbund als Gewerkschaftssekretär für politische Organisation, schon im Vorfeld des gestrigen Trauermarsches, sie wollten das Gedenken an die Opfer des Folterlagers im Wincklerbad der Lächerlichkeit preisgeben. Wohl eher das Gegenteil dürfte der Nenndorfer Narrensaum erreicht haben, der wahlweise kostümiert feiernd oder aber vermummt aggressiv hinter dem Großaufgebot der Polizei, welche mit Wasserwerfer, Räumpanzern und Helikoptern im Einsatz war, nunmehr selbst der eigens verordneten Lächerlichkeit frönte.

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Am Sonnabend, den 6. August setzte sich – unbeeindruckt von diesem Spektakel – gegen 14.00 Uhr der diesjährige Marsch des Gedenkbündnis Bad Nenndorf mit mehr als 700 Teilnehmern aus verschiedenen europäischen Nationen in Bewegung. Wie bereits im vergangenen Jahr führte die Marschstrecke über die Bahnhofstraße direkt zum Wincklerbad. Eben jenem Ort, welcher im April 1945 vom CSDIC, einem direkt dem britischen Verteidigungsministerium unterstehenden Geheimdienst, requiriert und zum Folterlager umgebaut wurde. Bade- und Ruheräume der ehemaligen Erholungsstätte wurden zu Verhör-, Folter- und Kerkerzellen umgebaut, in welchen sich die Insassen allen erdenklichen Qualen ausgeliefert sahen. Schlafentzug, Kältezellen und Kaltwasser, schwere Schläge, Daumen- und Schienbeinschrauben stehen nur stellvertretend für die von den Siegermächten angewandten Methoden um beliebig Geständnisse von den Inhaftierten zu erpressen. 372 Männer und Jungen, sowie 44 Frauen und Mädchen waren in dieser Schreckensanlage eingepfercht. Es ist bekannt, daß der Militärgeheimdienst geheime Verhörzentren betrieb, die selbst dem Roten Kreuz nicht bekannt gegeben wurden. Die Internierten galten als „verschwunden“.

Hier wurde nun Aufstellung zur Zwischenkundgebung genommen. Als Ausdruck des derzeitigen Geisteszustandes unseres Volkes, hatten die Demokraten selbst vor diesem Ort des Leides keinen Halt gemacht und nicht nur ein riesiges Transparent, sondern auch bunte Luftballons und Clowns am Wincklerbad angebracht. Als erster Redner sprach nun Andy Knape, dessen Rede im vergangenen Jahr durch die Polizeibehörden unterbrochen worden war. Deshalb sei es ihm eine ganze besondere Freude, aber auch innere Verpflichtung, auch in diesem Jahr wieder in Bad Nenndorf zu sprechen, so Knape. Ihm folgten die Redebeiträge der thüringer Aktivistin Mareike Bielefeld sowie des Kameraden Dieter Riefling, welcher die Toten von Bad Nenndorf in die Reihen der Anwesenden zurückrief und damit die Kranzniederlegung und die Schweigeminute einleitete. Als letzter Redner der Zwischenkundgebung trat Sven Skoda auf, der darauf verwies, daß auch die Demokraten selbst einen große Anteil daran tragen, daß die Botschaft des verbotenen Dorfes in aller Welt gehört wird. Deren Gegröle war in der Zwischenzeit bereits verstummt, nachdem die Polizei mehrfach darauf hingewiesen hatte, daß der lautstarke Protest eine rechtswidrige Störung einer angemeldeten Versammlung darstelle. Der Aufforderung zunächst nicht folge leistend, sahen sich die Demokraten und ihr geistig umnachteter Anhang alsbald mit der Auflage konfrontiert, sich mindestens 120 Meter vom Trauermarsch zu entfernen. So kamen nun auch die Opfer vom Wincklerbad zu ihrem angemessenen Gedenken.

Der Rückmarsch erfolgte nicht wie im vergangenen Jahr direkt zurück zum Bahnhof, sondern führte weiter über Kurhaus- und Horster Straße. Hier konnte man beobachten, daß es neben dem unwürdigen Gebaren der Demokraten auch positive und bejahende Resonanzen aus der Nenndorfer Bevölkerung zu verzeichnen gibt. Unter den Schlägen der Trommel bog der Demonstrationszug nun wieder auf die Bahnhofstraße ein, wo kurz nach 15.00 Uhr Aufstellung zur Abschlusskundgebung genommen wurde. Neben den Grußworten eines Teilnehmers aus den vereinigten Staaten von Amerika, der darauf hinwies, daß die von den Alliierten begangenen Kriegsverbrechen auch in Übersee sehr wohl zur Kenntnis genommen werden, sprachen zwei weitere Aktivisten aus Berlin und Dortmund. Andreas Biere von der Initiative gegen das Vergessen aus Magdeburg hielt im Anschluß ein kurzes Gedenken für den im Juli zur großen Armee abberufenen Herbert Schweiger ab. Auch er wurde in die Reihen der Versammelten zurückgerufen und mit einer Schweigeminute geehrt. Als letzter Redner des Tages sprach der Dresdner Aktivist Maik Müller, der darauf verwies, daß es zu jedem Zeitpunkt in der Geschichte stets zuerst eine kleine Minderheit war, welche es wagte aufzustehen und ihre Stimme für die Freiheit und Wahrheit zu erheben. Und so werde man heute und in Zukunft in Magdeburg, in Dresden und in Bad Nenndorf für die Wahrheit einstehen, denn die Wahrheit macht uns frei, so Müller. Damit endete der diesjährige Trauermarsch in Bad Nenndorf welcher sich in den vergangenen Jahren durch die vorbildliche Arbeit der Aktivisten des Gedenkbündnisses zu einer festen Größe in der Agenda des Widerstandes entwickelt hat.

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Quelle: netzwerkmitte.com

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